Blog · Aktualisiert für 2026{Quereinsteiger im Handwerk}
Quereinsteiger im Handwerk: So gewinnen Sie Leute ohne Ausbildung
Wer nur fertige Gesellen sucht, wartet oft monatelang. Wir zeigen, welche Aufgaben sich für Quereinsteiger eignen, wie Sie sie ansprechen und einarbeiten – und wie der Weg über Teilqualifizierung und Externenprüfung zum Gesellenbrief führt, inklusive Förderung.
Quereinsteiger sind kein Notnagel: Bei durchschnittlich 242 Tagen Vakanz im Handwerk (2025) lohnt sich der Blick über klassische Bewerber hinaus.
Großes Potenzial: Laut BIBB hatten 2024 rund 2,76 Millionen junge Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren keinen Berufsabschluss.
Klare Einstiegsrollen: Helfer, Monteurhelfer, Lager, Fahrdienst oder Kundendienst-Unterstützung sind ideale Startpositionen.
Der Weg zum Gesellenbrief existiert: Über Teilqualifizierung und die Externenprüfung nach § 37 Abs. 2 HwO können Quereinsteiger den Abschluss nachholen.
Die Arbeitsagentur fördert mit: Bei Weiterbildung zum Berufsabschluss können Lehrgangskosten und Arbeitsentgelt bezuschusst werden.
{Kapitel 01}
Warum Quereinsteiger 2026 eine echte Chance sind
Viele Handwerksbetriebe suchen ausschließlich nach fertig ausgebildeten Gesellen – und warten dann Monate. Laut Bundesagentur für Arbeit blieb eine Stelle in Handwerksberufen 2025 im Schnitt 242 Tage unbesetzt, über alle Berufe waren es 167 Tage. Wer nur auf den perfekten Bewerber wartet, verliert in dieser Zeit Aufträge und Nerven.
Gleichzeitig gibt es ein großes Potenzial, das viele Betriebe übersehen: Laut Bundesinstitut für Berufsbildung hatten 2024 hochgerechnet rund 2,76 Millionen junge Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren keinen Berufsabschluss – das sind 18,8 Prozent dieser Altersgruppe. Dazu kommen Menschen, die in anderen Branchen arbeiten und sich nach einem handfesten Job mit Sinn sehnen.
Nicht jeder davon passt ins Handwerk. Aber wer anpacken will, zuverlässig ist und Lust auf Technik hat, kann bei guter Einarbeitung schnell eine echte Stütze im Team werden. Was es kostet, wenn eine Stelle stattdessen monatelang leer bleibt, haben wir im Artikel Was kostet ein neuer Mitarbeiter im Handwerk wirklich? vorgerechnet.
Quereinsteiger ersetzen nicht den erfahrenen Gesellen – sie entlasten ihn. Gut geeignet sind Rollen, in denen man schnell produktiv wird und dabei Schritt für Schritt dazulernt:
Helfer und Monteurhelfer: Material vorbereiten, Montagen unterstützen, Baustellen einrichten und aufräumen. Der Geselle kann sich auf die anspruchsvollen Arbeiten konzentrieren.
Lager und Logistik: Wareneingang, Kommissionierung, Fahrzeuge bestücken – ideal für Leute aus Logistik oder Handel.
Fahr- und Lieferdienst: Material zur Baustelle bringen, Kundentermine anfahren, Entsorgung organisieren.
Kundendienst-Unterstützung: einfache Wartungsarbeiten, Zählerwechsel oder Vorbereitungen nach klarer Einweisung.
Büro und Disposition: Terminplanung, Kundentelefon, Angebotsvorbereitung – oft passend für Wechsler aus kaufmännischen Berufen.
Wichtig ist, die Rolle ehrlich zu beschreiben: Was macht der neue Kollege in den ersten Wochen, und wohin kann er sich entwickeln?
{Kapitel 03}
Wen Sie ansprechen sollten: die wichtigsten Zielgruppen
Quereinsteiger sind keine homogene Gruppe. Je genauer Sie wissen, wen Sie suchen, desto besser trifft Ihre Ansprache:
Branchenwechsler: Menschen aus Lager, Logistik, Gastronomie, Einzelhandel oder Industrie, die sich mehr Abwechslung, sichtbare Ergebnisse oder planbarere Arbeitszeiten wünschen.
Verwandte Berufe: Wer schon als Industriemechaniker, Elektrohelfer oder Hausmeister gearbeitet hat, bringt wertvolles Vorwissen mit.
Studien- und Ausbildungsabbrecher: Oft technisch interessiert, aber im Hörsaal falsch aufgehoben.
Rückkehrer: Ehemalige Handwerker, die zwischendurch in anderen Jobs waren.
Menschen mit ausländischer Berufserfahrung: Auch Zeiten der Berufstätigkeit im Ausland können später für die Gesellenprüfung zählen (siehe Kapitel 6).
Die meisten dieser Menschen suchen nicht aktiv nach einem Handwerksjob. Sie müssen Sie dort erreichen, wo sie ohnehin unterwegs sind – genau dafür setzen wir bei der Mitarbeitergewinnung auf Social Recruiting in Ihrer Region.
Zeigen Sie echte Menschen aus Ihrem Team – gern auch Kollegen, die selbst quer eingestiegen sind.
{Kapitel 04}
Stellenanzeige und Ansprache für Quereinsteiger
Eine klassische Stellenanzeige mit „abgeschlossene Ausbildung als …“ schreckt Quereinsteiger sofort ab. So sprechen Sie sie richtig an:
„Ohne Ausbildung“ klar sagen: Schreiben Sie ausdrücklich, dass Quereinsteiger willkommen sind und was stattdessen zählt – zum Beispiel Zuverlässigkeit, Führerschein und Lust auf Technik.
Den Weg zur Fachkraft zeigen: Einarbeitung, Pate, Weiterbildung, Möglichkeit zum Gesellenbrief. Perspektive ist für Quereinsteiger oft wichtiger als das Startgehalt.
Gehalt und Rahmen nennen: Stundenlohn oder Monatsgehalt, Arbeitszeiten, Fahrzeug, Arbeitskleidung.
Echte Menschen zeigen: Ein Kollege, der selbst quer eingestiegen ist, überzeugt mehr als jede Formulierung.
Bewerbung in wenigen Klicks: Kein Lebenslauf-Zwang, wenige Fragen per Smartphone. Wie schnell Ihr Ablauf danach sein sollte, lesen Sie im Beitrag Bewerbungsprozess beschleunigen.
Im Gespräch zählt dann vor allem der Mensch: Ist er zuverlässig, lernbereit und passt er ins Team? Fachwissen lässt sich vermitteln, Haltung kaum.
{Kapitel 05}
Einarbeitung mit Patenmodell: die ersten Wochen entscheiden
Quereinsteiger brauchen mehr Begleitung als erfahrene Gesellen – dafür bringen sie oft hohe Motivation mit. Ein klares Patenmodell macht den Unterschied:
Fester Pate aus dem Team: Ein erfahrener Kollege ist Ansprechpartner für alle Fragen und nimmt den Neuen in den ersten Wochen mit.
Einarbeitungsplan mit Stufen: Was soll der neue Kollege nach einer Woche, nach einem Monat und nach drei Monaten selbstständig können?
Sicherheit zuerst: Arbeitsschutz, Werkzeugeinweisung und Unterweisungen gehören an den Anfang.
Regelmäßige Feedbackgespräche: Kurze Gespräche nach 30, 60 und 90 Tagen zeigen früh, wo es hakt.
Anerkennung für den Paten: Wer einarbeitet, leistet zusätzliche Arbeit – das sollte sich auch zeigen.
4Feedback gebenGespräche nach 30, 60, 90 TagenBindung
5Abschluss ermöglichenTeilqualifizierung oder ExternenprüfungFachkraft
{Kapitel 06}
Vom Helfer zum Gesellen: Teilqualifizierung und Externenprüfung
Viele Quereinsteiger wollen nicht dauerhaft Helfer bleiben. Das Handwerksrecht bietet einen Weg zum vollwertigen Abschluss – ohne klassische Ausbildung:
Externenprüfung: Nach § 37 Abs. 2 der Handwerksordnung wird zur Gesellenprüfung zugelassen, wer mindestens das Eineinhalbfache der Ausbildungsdauer in dem Beruf tätig war. Bei einer Ausbildung von dreieinhalb Jahren sind das gut fünf Jahre Berufspraxis. Ausbildungszeiten in einem einschlägigen anderen Beruf zählen mit, ebenso Berufstätigkeit im Ausland.
Abkürzung möglich: Vom Nachweis der Mindestzeit kann ganz oder teilweise abgesehen werden, wenn glaubhaft gemacht wird, dass die nötige berufliche Handlungsfähigkeit vorhanden ist.
Teilqualifizierung: Laut Zentralverband des Deutschen Handwerks eröffnen Teilqualifikationen geringqualifizierten Erwachsenen über 25 Jahren den schrittweisen Weg zum anerkannten Abschluss. Ein vollständiges TQ-Berufsset ermöglicht die Zulassung zur Gesellenprüfung als Externer.
Ansprechpartner für die Zulassung ist Ihre Handwerkskammer. Für Ihre Mitarbeiter ist diese Perspektive ein starkes Argument – und für Sie ein Weg, eigene Fachkräfte aufzubauen.
Wege für Quereinsteiger
Vom Einstieg ohne Ausbildung zum Gesellenbrief
Einstieg als Helferab Tag 1Monteurhelfer, Lager, Fahrdienst – produktiv mit klarer Einweisung
Patenmodell30·60·90fester Pate und Feedbackgespräche nach 30, 60 und 90 Tagen
TeilqualifizierungSchritt für Schrittfür Erwachsene über 25 ohne verwertbaren Abschluss – vollständiges TQ-Set ermöglicht die ExternenprüfungQuelle: ZDH ↗
Externenprüfung1,5 × AusbildungszeitZulassung zur Gesellenprüfung nach Berufspraxis – Nachweis kann teilweise entfallenQuelle: § 37 Abs. 2 HwO ↗
Patenmodell und Einstiegsrollen sind Empfehlungen aus der Praxis. Zulassung zur Externenprüfung im Einzelfall über die Handwerkskammer.
{Kapitel 07}
Förderung: Was die Arbeitsagentur übernehmen kann
Wer Mitarbeiter ohne Abschluss weiterqualifiziert, muss die Kosten nicht allein tragen. Über das Qualifizierungschancengesetz fördert die Arbeitsagentur laut Agentur für Arbeit unter anderem:
Lehrgangskosten: Für Beschäftigte, die einen Berufsabschluss nachholen, werden die vollen Lehrgangskosten übernommen.
Arbeitsentgeltzuschuss: Für die Zeit der Weiterbildung kann bei abschlussorientierter Weiterbildung Geringqualifizierter ein Zuschuss von bis zu 100 Prozent gezahlt werden.
Voraussetzung: kein (verwertbarer) Berufsabschluss und mindestens vier Jahre Tätigkeit als An- oder Ungelernter; die Weiterbildung führt zu einem anerkannten Abschluss, etwa über Teilqualifikationen oder die Vorbereitung auf die Externenprüfung.
Prämien für Mitarbeiter: 1.000 Euro für eine bestandene Zwischenprüfung und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung.
Andere Weiterbildungen: Für Weiterbildungen ohne Abschluss hängt die Förderquote der Lehrgangskosten von der Betriebsgröße ab – bis zu 100 Prozent bei weniger als 10 Beschäftigten.
Die genauen Bedingungen klären Sie am besten direkt mit dem Arbeitgeber-Service Ihrer Agentur für Arbeit – vor Beginn der Weiterbildung.
{Fazit}
Quereinsteiger: Fachkräfte von morgen statt Notlösung
Wer nur nach fertig ausgebildeten Gesellen sucht, konkurriert mit allen anderen Betrieben um dieselben wenigen Bewerber. Quereinsteiger erweitern Ihren Bewerberkreis deutlich – vorausgesetzt, Sie sprechen sie richtig an, arbeiten sie gut ein und zeigen ihnen eine Perspektive bis zum Gesellenbrief.
Genau dabei unterstützen wir unsere Partnerbetriebe: Mit dem RMC-SYSTEM® erreichen wir wechselbereite Fachkräfte und Quereinsteiger über Social Recruiting in Ihrer Region, mit klarer Ansprache und mobiler Kurzbewerbung. Unsere Partnerbetriebe stellen in 45–90 Tagen passende Mitarbeiter ein – abgesichert durch die RMC-Einstellungs- und Bleibegarantie®: Geht ein neuer Mitarbeiter im ersten Jahr, besetzen wir die Stelle kostenfrei neu.
So gewinnen unsere Partnerbetriebe neue Mitarbeiter mit RMC
G
★★★★★
„Über den Imagefilm, den wir mit der Werbekampagne beworben haben, konnten wir innerhalb von drei Monaten drei tolle Monteure finden. Vielen Dank!“
Ingo MihmGF Metam GmbH✓Verifizierte Bewertung
G
★★★★★
„In unter drei Monaten konnten wir insgesamt von 12 auf 17 Mitarbeiter wachsen. Jetzt müssen wir die Leute erst einmal effizient einarbeiten.“
Sebastian LutzGF Elektro Lutz GmbH✓Verifizierte Bewertung
G
★★★★★
„Wir konnten über den Recruitingfilm und die passenden Stellenanzeigen auf Social Media direkt zwei Anlagenmechaniker in unter 30 Tagen gewinnen und einstellen.“
Wolfgang EhrhardGF Wilhelm Ehrhard GmbH✓Verifizierte Bewertung
G
★★★★★
„Wir haben mit Patrick Riedel schon einige Maßnahmen umgesetzt, die alle sehr erfolgreich waren. Die Zusammenarbeit war immer sehr professionell und angenehm. Ich kann eine Zusammenarbeit sehr empfehlen!“
Alexander SachsenmaierGF Sachsenmaier GmbH✓Verifizierte Bewertung
Ja. Viele Betriebe stellen Quereinsteiger als Helfer, Monteurhelfer, im Lager, im Fahrdienst oder zur Unterstützung im Kundendienst ein. Mit guter Einarbeitung und einem festen Paten werden sie schnell zu einer echten Entlastung für das Team.
Ihr Betrieb ist der Nächste
Neue Mitarbeiter – mit oder ohne Ausbildung, mit Garantie
Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns Ihre offenen Stellen an und zeigen Ihnen, wie Sie Fachkräfte und Quereinsteiger in Ihrer Region erreichen – und in 45–90 Tagen passende Mitarbeiter einstellen.
Mit unserer Webdesign-Sparte Riedel Performance Design erstellt die Riedel Media Consulting GmbH performanceorientierte Websites in Münster, die Kunden und Mitarbeiter bringen.
Diese Website ist nicht Teil der Facebook-Website oder von Facebook Inc. Darüber hinaus wird diese Website in keiner Weise von Facebook unterstützt. Facebook ist eine Marke von Facebook, Inc. Wir verwenden auf dieser Website Remarketing-Pixel/Cookies von Google, um erneut mit den Besuchern unserer Website zu kommunizieren und sicherzustellen, dass wir sie in Zukunft mit relevanten Nachrichten und Informationen erreichen können. Google schaltet unsere Anzeigen auf Websites Dritter im Internet, um unsere Botschaft zu kommunizieren und die richtigen Personen zu erreichen, die in der Vergangenheit Interesse an unseren Informationen gezeigt haben.