Blog · Aktualisiert für 2026{Auftragsgewinnung im Handwerk}
Winterloch im Handwerk vermeiden: So planen Sie Aufträge für den Winter
Im Sommer zu viel Arbeit, im Januar zu wenig? Mit einer sichtbaren Saisonkurve, winterfesten Innen- und Wartungsleistungen und einem klugen Vorverkauf der Frühjahrsaufträge glätten Sie Ihre Auslastung – geplant ab September, nicht erst im Dezember.
Patrick RiedelTÜV-zertifizierter Experte für VerkaufspsychologieZuletzt aktualisiert am 29.10.2026 · 10 Min. Lesezeit
€Auslastung Januar · 62 % geplant
✦ Lücke erkannt: Januar und Februar
Saisonplan
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Frühjahr vorverkauftJanuar–Februar
Ziel
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Innen- und Wartungsaufträge eingeplantNovember–Dezember
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Stammkunden & Kampagnen gestartetOktober
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Winterangebot festgelegtSeptember
▦
Wartungstermin gebuchtMittwoch · 8:00 Uhr
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Frühjahrsauftrag fixAusführung ab April
Beispielhafte Darstellung eines Saisonplans gegen das Winterloch
Das Wichtigste in Kürze
Das Winterloch ist planbar: Der Gesetzgeber kennt es sogar – für Baubetriebe gilt vom 1. Dezember bis 31. März die Schlechtwetterzeit mit Saison-Kurzarbeitergeld.
Machen Sie Ihre Saisonkurve sichtbar: Wer zwölf Monate Auslastung auswertet, sieht die Lücke Monate vorher – und kann im September gegensteuern statt im Januar.
Drei Säulen füllen den Winter: wetterunabhängige Innenarbeiten, Wartung und Service als Grundlast und der Vorverkauf von Frühjahrsaufträgen.
Timing ist alles: Winterangebote müssen im Herbst kommuniziert werden – an Stammkunden, im Google-Profil und mit Kampagnen.
Steuerbonus als Argument: Privatkunden können nach § 35a EStG 20 Prozent der Arbeitskosten von Handwerkerleistungen, höchstens 1.200 Euro im Jahr, von der Steuer abziehen.
{Kapitel 01}
Was das Winterloch ist – und wen es trifft
Das Winterloch beschreibt die Wochen, in denen Kälte, Frost, kurze Tage und weniger Kundenentscheidungen die Auslastung drücken. Besonders betroffen sind Außengewerke: Dachdecker, Zimmerer, Garten- und Landschaftsbau, Fassade, Zaun- und Terrassenbau oder Tiefbau. Aber auch Innengewerke merken es, wenn Kunden zwischen Weihnachten und Februar Entscheidungen aufschieben.
Wie sehr der Winter als Problem anerkannt ist, zeigt das Gesetz: Nach § 101 SGB III haben Beschäftigte im Baugewerbe und in Wirtschaftszweigen mit saisonbedingtem Arbeitsausfall in der Schlechtwetterzeit vom 1. Dezember bis 31. März unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Saison-Kurzarbeitergeld. Das ist eine wichtige Absicherung – aber kein Geschäftsmodell. Jede Stunde, die Sie mit eigenen Aufträgen füllen, ist besser als eine überbrückte.
Auch die Konjunkturdaten zeigen den Winter: Im ZDH-Konjunkturbericht 1/2026 lag die Kapazitätsauslastung im ersten Quartal bei 75 Prozent, der Auftragsbestandsindikator bei minus 19 Punkten. Der ZDH verweist dabei ausdrücklich auf die im Winter ohnehin schwächere Nachfrage nach Beschäftigten im Handwerk. 2026 kommt eine angespannte Gesamtlage hinzu – mehr dazu im Ratgeber Auftragsflaute im Handwerk.
Fakten zum Winter im Handwerk
Diese Zahlen gehören in Ihre Saisonplanung
Schlechtwetterzeit1.12.–31.3.Zeitraum für Saison-Kurzarbeitergeld im Baugewerbe und saisonabhängigen BranchenQuelle: § 101 SGB III ↗
Kapazitätsauslastung75 %im Gesamthandwerk im 1. Quartal 2026 – ein Minus von zwei ProzentpunktenQuelle: ZDH ↗
Auftragsreichweite8,9 Wochenim Durchschnitt im 1. Quartal 2026Quelle: ZDH ↗
Steuerbonus Handwerkerleistungen20 %der Arbeitskosten, höchstens 1.200 Euro Steuerermäßigung pro JahrQuelle: § 35a EStG ↗
ZDH-Konjunkturbericht 1/2026 (Mai 2026); Gesetzestexte nach gesetze-im-internet.de, Stand Oktober 2026. Keine Rechts- oder Steuerberatung.
{Kapitel 02}
Die eigene Saisonkurve sichtbar machen
Viele Inhaber wissen aus dem Bauch heraus, dass „der Januar immer ruhig ist“. Planbar wird das erst mit Zahlen. Werten Sie dafür die letzten zwei bis drei Jahre aus:
Abgerechnete Stunden oder Umsatz pro Monat: Wo liegen die Tiefs, wie tief sind sie?
Anfragen pro Monat: Oft liegt das Anfrage-Tief schon im Herbst – das Auslastungs-Tief folgt Wochen später.
Vorlaufzeit: Wie viele Wochen liegen bei Ihnen typischerweise zwischen Anfrage und Ausführung? Diese Zahl bestimmt, wann Sie mit Winter-Marketing beginnen müssen.
Auftragsarten nach Monat: Welche Leistungen laufen im Winter trotzdem – und welche nur im Sommer?
Tragen Sie die Werte in eine einfache Tabelle oder Grafik ein. Wenn Sie zum Beispiel sechs Wochen Vorlaufzeit haben und der Januar Ihr schwächster Monat ist, müssen die Januar-Aufträge spätestens Ende November verkauft sein. Die Kampagnen dafür starten also im Oktober.
{Kapitel 03}
Säule 1: Winterfeste Leistungen im Innenbereich
Was drinnen passiert, ist vom Wetter unabhängig. Prüfen Sie, welche Innenleistungen Ihr Team beherrscht oder mit überschaubarem Aufwand anbieten kann:
Für Außengewerke: Dachbodendämmung, Dachfenster, Werkstattfertigung (z. B. Zaunelemente, Hochbeete, Carport-Bauteile), Planungsleistungen.
Machen Sie daraus ein klares Winterangebot mit festem Leistungsumfang und echtem Nutzen: „Ihr neues Bad bis Ostern“ oder „Dachboden dämmen, bevor die nächste Heizperiode kommt“. Ein greifbares Paket verkauft sich leichter als „wir machen auch Innenarbeiten“.
Fotos von echten Innen- und Werkstattprojekten machen Winterangebote greifbar – Aufnahmen aus unseren Shootings bei Partnerbetrieben.
{Kapitel 04}
Säule 2: Wartung und Service als Grundlast
Wartungen, Prüfungen und kleine Reparaturen sind die beste Versicherung gegen das Winterloch: Sie sind wiederkehrend, gut planbar und bringen Sie regelmäßig zum Kunden – wo oft der nächste größere Auftrag entsteht.
Das Potenzial ist groß. Laut Erhebung des Schornsteinfegerhandwerks nutzten 2025 in Deutschland rund 19,5 Millionen Heizungsanlagen fossile Energieträger, darunter etwa 14,8 Millionen Gas- und 4,7 Millionen Ölanlagen. Viele davon brauchen regelmäßige Wartung, und gerade in der Heizperiode fällt auf, wenn etwas nicht stimmt.
Wartungsverträge anbieten: Feste Termine, fester Preis, Erinnerung durch Sie. Wie das gelingt, zeigt Wartungsverträge verkaufen.
Wartungstermine bewusst in ruhige Monate legen: Wo es technisch sinnvoll ist, verteilen Sie Termine so, dass sie Ihre Tiefs füllen.
Gewerbekunden einbeziehen: Prüf- und Serviceleistungen für Betriebe, Praxen oder Hausverwaltungen sind oft weniger saisonabhängig.
Für SHK-Betriebe ist das ein naheliegender Weg; Beispiele finden Sie auf unserer Seite SHK.
Schornsteinfegerhandwerk, Erhebung 2025
Feuerungsanlagen in Deutschland – Potenzial für Winterarbeit
Der Winter ist ideal, um die Saison vorzubereiten: Viele Hausbesitzer planen ihre Projekte für das Frühjahr in den ruhigen Wochen nach Weihnachten. Wer jetzt berät, aufmisst und Angebote schreibt, hat im März einen vollen Kalender.
Planungstermine statt Ausführung: Besichtigung, Aufmaß, 3D-Planung oder Bemusterung lassen sich auch bei Frost durchführen.
Feste Startfenster: Bieten Sie konkrete Ausführungszeiträume an („Start in KW 15 oder 17“). Das schafft Verbindlichkeit, ohne mit Rabatten zu arbeiten.
Anzahlung bei Auftrag: Sie sichert die Planung ab und gibt dem Kunden das Gefühl, einen festen Platz zu haben.
Für Dachdecker und GaLaBau-Betriebe ist der Vorverkauf oft der wichtigste Winterhebel – Ansätze speziell für diese Gewerke finden Sie unter Dachdecker und GaLaBau.
{Kapitel 06}
Saisonangebote rechtzeitig und auf allen Kanälen kommunizieren
Das beste Winterangebot nützt nichts, wenn es im Dezember noch niemand kennt. Planen Sie die Kommunikation ab September:
Stammkunden zuerst: Ein Brief oder eine E-Mail an bestehende Kunden mit einem konkreten Anlass – rechtlich sauber, wie in Bestandskunden reaktivieren beschrieben.
Google-Unternehmensprofil: Winterleistungen als Produkte oder Beiträge einstellen, Fotos aktualisieren. Anleitung: Google-Unternehmensprofil optimieren.
Kampagnen auf Meta und Google: Mit Bildern Ihrer Innenprojekte und einer eigenen Anfrageseite pro Winterangebot.
Ein gutes Verkaufsargument für Privatkunden: Nach § 35a Abs. 3 EStG ermäßigt sich die Einkommensteuer auf Antrag um 20 Prozent der Aufwendungen für Handwerkerleistungen, höchstens um 1.200 Euro pro Jahr. Begünstigt sind Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen im Haushalt, nicht das Material. Öffentlich geförderte Maßnahmen sind ausgeschlossen. Weisen Sie Lohnanteile deshalb getrennt auf der Rechnung aus. Ob und in welcher Höhe der Abzug im Einzelfall greift, klärt der Kunde mit seinem Steuerberater – dieser Hinweis ist keine Steuerberatung.
5AuswertenWas hat gewirkt? Plan fürs nächste JahrMärz
{Kapitel 07}
Wenn es trotzdem ruhig wird: Puffer sinnvoll nutzen
Selbst mit guter Planung bleiben manchmal ruhige Tage. Nutzen Sie sie für Aufgaben, die im Sommer liegen bleiben:
Referenzen aufbereiten: Vorher-nachher-Fotos sortieren, Projektbeschreibungen schreiben, Bewertungen einholen. Tipps dazu in Referenzen und Vorher-nachher-Bilder.
Weiterbildung und Zertifizierungen: Neue Leistungen wie Wärmepumpe, Wallbox oder barrierefreie Bäder vorbereiten.
Fuhrpark, Werkstatt und Lager: Wartung, Inventur, Vorfertigung für die Saison.
Prozesse: Angebotsvorlagen, Anfrage-Ablauf und Rückrufzeiten verbessern.
Für Bau- und Ausbaubetriebe bleibt das Saison-Kurzarbeitergeld die Absicherung für witterungsbedingte Ausfälle. Die Voraussetzungen prüfen Sie am besten frühzeitig mit der Agentur für Arbeit oder Ihrer Innung.
{Fazit}
Das Winterloch beginnt im September – und lässt sich dort auch schließen
Ein ruhiger Winter ist kein Naturgesetz, sondern meist eine Folge fehlender Planung. Wer seine Saisonkurve kennt, Innen- und Wartungsleistungen als klare Winterangebote formuliert und Frühjahrsaufträge im Winter vorverkauft, glättet seine Auslastung spürbar – und hält sein Team das ganze Jahr beschäftigt.
Bei der Kommunikation unterstützen wir Sie gern: Unsere Auftragsgewinnung bringt Ihre Saisonangebote mit Kampagnen auf Meta und Google, Anfrage-Funnels und echten Fotos und Videos aus Ihrem Betrieb zu den richtigen Kunden – gesteuert mit dem RMC-KI-System®. Weitere Strategien finden Sie in Mehr Aufträge im Handwerk.
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Das sagen unsere Partnerbetriebe über die Zusammenarbeit mit RMC
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Alexander SachsenmaierGF Sachsenmaier GmbH✓Verifizierte Bewertung
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„In unter drei Monaten konnten wir insgesamt von 12 auf 17 Mitarbeiter wachsen. Jetzt müssen wir die Leute erst einmal effizient einarbeiten.“
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„Wir konnten über den Recruitingfilm und die passenden Stellenanzeigen auf Social Media direkt zwei Anlagenmechaniker in unter 30 Tagen gewinnen und einstellen.“
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„Über den Imagefilm, den wir mit der Werbekampagne beworben haben, konnten wir innerhalb von drei Monaten drei tolle Monteure finden. Vielen Dank!“
Gemeint sind die Wintermonate, in denen Witterung, kurze Tage und aufgeschobene Kundenentscheidungen die Auslastung drücken. Besonders betroffen sind Außengewerke wie Dachdecker, GaLaBau oder Zaun- und Terrassenbau, aber auch Innengewerke spüren die ruhigeren Wochen nach Weihnachten.
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