Blog · Aktualisiert für 2026{Auftragsgewinnung im Handwerk}
Auftragsflaute im Handwerk: 9 Hebel, die kurzfristig wieder Aufträge bringen
Die Auftragsbücher werden dünner, das Telefon bleibt ruhiger? Hier sehen Sie, was die aktuellen ZDH- und ifo-Zahlen für Ihren Betrieb bedeuten, wie Sie Ihre Auftragsreichweite in Wochen messen und welche neun Hebel in den nächsten 30 Tagen am schnellsten wirken.
Patrick RiedelTÜV-zertifizierter Experte für VerkaufspsychologieZuletzt aktualisiert am 29.10.2026 · 11 Min. Lesezeit
€Auftragsbuch · Reichweite: 3 Wochen
✦ Frühwarnung: Reichweite unter Zielwert
30-Tage-Plan
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Auftragsbuch wieder gefülltReichweite im Zielkorridor
Ziel
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Kampagne & Google-Profil liveWoche 2–3
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Offene Angebote & StammkundenWoche 1–2
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Lage gemessenWoche 1 · Reichweite & Anfragen
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Neue AnfrageBadsanierung · Wunschtermin März
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Termin vor OrtDienstag · 14:00 Uhr
Beispielhafte Darstellung eines 30-Tage-Plans gegen die Auftragsflaute
Das Wichtigste in Kürze
Die Auftragslage ist 2026 spürbar enger: Der ZDH meldet für das 2. Quartal 2026 einen Auftragsbestandsindikator von minus 15 Punkten und eine Kapazitätsauslastung von 76 Prozent.
Im Wohnungsbau ist es am deutlichsten: Laut ifo meldeten im September 2026 41,3 Prozent der Betriebe zu wenig Aufträge, 14,1 Prozent hatten Stornierungen.
Messen Sie zuerst Ihre Auftragsreichweite in Wochen – sie ist Ihr Frühwarnsystem und zeigt, wie viel Zeit Sie zum Gegensteuern haben.
Die schnellsten Hebel kosten kein Werbebudget: offene Angebote, Bestandskunden und Empfehlungen. Danach folgen Google-Profil, Website und bezahlte Kampagnen.
Kein Rabatt-Wettlauf: Wer in der Flaute die Preise senkt, füllt den Kalender mit Aufträgen, die kaum Geld bringen. Besser: Angebot schärfen und dorthin gehen, wo die Nachfrage ist.
{Kapitel 01}
Auftragsflaute 2026: Was die aktuellen Zahlen sagen
Viele Inhaber spüren es zuerst am Telefon: weniger Anfragen, längere Entscheidungen, mehr Kunden, die „erst einmal abwarten“. Die Konjunkturdaten bestätigen dieses Gefühl.
Laut ZDH-Kurzbericht zur Konjunktur im 2. Quartal 2026 ist der Auftragsbestandsindikator im Gesamthandwerk auf minus 15 Punkte gefallen (Frühjahr 2025: minus 3). Die Kapazitätsauslastung sank um einen Prozentpunkt auf 76 Prozent, der Geschäftsklimaindex um 13 Zähler auf 102 Punkte. Die durchschnittliche Auftragsreichweite liegt mit 8,7 Wochen zwar noch etwa auf Vorjahresniveau – für das zweite Halbjahr erwarten die Betriebe aber weniger Aufträge.
Besonders hart trifft es den Wohnungsbau. Nach der ifo-Umfrage vom Oktober 2026 meldeten im September 41,3 Prozent der Unternehmen im Wohnungsbau zu wenig Aufträge, 14,1 Prozent waren von Stornierungen betroffen.
Gleichzeitig gibt es Bereiche mit Bewegung: Im Bauhauptgewerbe stieg der Auftragseingang im August 2026 laut Destatis real um 23,0 Prozent zum Vormonat – getragen von mehreren Großaufträgen und vor allem vom Tiefbau (plus 36,4 Prozent zum Vorjahresmonat), während der Hochbau leicht im Minus lag.
Die Lehre daraus: Die Nachfrage ist nicht verschwunden, sie hat sich verschoben. Wer jetzt genau hinschaut, welche Kunden und Leistungen noch gefragt sind, kommt besser durch die Flaute als Betriebe, die einfach abwarten.
Bevor Sie Geld in Werbung stecken, brauchen Sie eine ehrliche Bestandsaufnahme. Die wichtigste Zahl ist Ihre Auftragsreichweite: Wie viele Wochen kann Ihr Team mit den fest beauftragten Arbeiten beschäftigt werden?
So rechnen Sie: Summe der Stunden aller erteilten, noch offenen Aufträge geteilt durch die produktiven Stunden Ihres Teams pro Woche.
Beispiel: 1.200 offene Auftragsstunden bei 5 Monteuren mit je 32 produktiven Stunden (160 Stunden pro Woche) ergeben 7,5 Wochen Reichweite.
Vergleich: Der ZDH-Durchschnitt lag im 2. Quartal 2026 bei 8,7 Wochen. Wichtiger ist aber Ihr eigener Verlauf: Sinkt die Reichweite drei Monate in Folge, ist das ein Warnsignal.
Ergänzen Sie die Reichweite um drei Frühindikatoren, die Sie jede Woche notieren:
Anfragen pro Woche – getrennt nach Quelle (Google, Website, Empfehlung, Stammkunde, Kampagne).
Offene Angebotssumme – was liegt beim Kunden und wartet auf Entscheidung?
Abschlussquote – erteilte Aufträge geteilt durch geschriebene Angebote.
Mit diesen vier Zahlen sehen Sie eine Flaute Wochen, bevor sie im Kalender ankommt. Und Sie erkennen, wo das Problem liegt: zu wenige Anfragen, zu wenige Abschlüsse oder die falschen Aufträge.
ZDH-Konjunktur 2. Quartal 2026
So steht das Handwerk in der Flaute da
Auftragsbestand−15 PunkteIndikator im Gesamthandwerk, nach −3 Punkten im Frühjahr 2025Quelle: ZDH ↗
Auftragsreichweite8,7 Wochenim Durchschnitt, nach 8,6 Wochen im 2. Quartal 2025Quelle: ZDH ↗
Kapazitätsauslastung76 %ein Prozentpunkt weniger als im VorjahreszeitraumQuelle: ZDH ↗
Auftragseingang Tiefbau+36,4 %real zum Vorjahresmonat im August 2026, getragen von GroßaufträgenQuelle: Destatis ↗
ZDH-Kurzbericht Konjunktur 2. Quartal 2026 (August 2026); Destatis-Pressemitteilung Nr. 375 vom 23.10.2026.
{Kapitel 03}
Hebel 1 bis 3: Aufträge, die schon in Ihrem Betrieb liegen
Die schnellsten Aufträge kommen von Menschen, die Sie schon kennen. Sie kosten kein Werbebudget und wirken oft innerhalb weniger Tage.
Hebel 1 – Offene Angebote aktiv begleiten: Gehen Sie alle Angebote der letzten drei Monate durch. Wo gibt es noch keine Entscheidung? Ein kurzer, vereinbarter Rückruf klärt Fragen und bringt Bewegung. Einen fertigen Zeitplan finden Sie in Angebote im Handwerk richtig nachfassen.
Hebel 2 – Bestandskunden reaktivieren: Wartung fällig, Anlage in die Jahre gekommen, Gewährleistung läuft aus? Ihre Kundendatei steckt voller Anlässe. Wie Sie Stammkunden rechtssicher ansprechen, zeigt der Leitfaden Bestandskunden reaktivieren.
Hebel 3 – Empfehlungen anstoßen: Fragen Sie zufriedene Kunden der letzten Monate gezielt, wem Sie ebenfalls helfen könnten – mit Karte oder Link zur Anfrageseite. Wie daraus ein fester Ablauf wird, lesen Sie in Empfehlungsmarketing im Handwerk.
Diese drei Hebel sollten Sie in der ersten Woche angehen. Sie verschaffen Ihnen Zeit, während die Maßnahmen für neue Kunden anlaufen.
{Kapitel 04}
Hebel 4 und 5: In 14 Tagen besser gefunden werden
Wenn Kunden weniger aktiv anfragen, gewinnt der Betrieb, der bei der Suche als Erstes überzeugt. Zwei Stellschrauben wirken schnell:
Hebel 4 – Google-Unternehmensprofil und Bewertungen: Aktuelle Leistungen, echte Fotos, Öffnungszeiten, regelmäßige Beiträge und frische Bewertungen entscheiden, ob Sie im Kartenergebnis angerufen werden. Die wichtigsten Einstellungen finden Sie in Google-Unternehmensprofil optimieren, mehr zu Bewertungen in Kundenbewertungen auf Google verdoppeln.
Hebel 5 – Website und Anfrageseite prüfen: Ist auf dem Handy in drei Sekunden klar, was Sie anbieten, für wen und in welcher Region? Gibt es einen einfachen Anfrageweg mit wenigen Feldern, Telefonnummer und WhatsApp? Gehen Sie unseren Website-Check für Handwerker durch – jede verlorene Anfrage tut in der Flaute doppelt weh.
Diese Arbeiten kosten vor allem Zeit, kaum Geld. Sie sorgen außerdem dafür, dass bezahlte Kampagnen später besser wirken, weil Interessenten auf ein überzeugendes Profil treffen.
Echte Bilder aus dem eigenen Betrieb machen Profil, Website und Kampagnen glaubwürdig – Aufnahmen aus unseren Shootings bei Partnerbetrieben.
{Kapitel 05}
Hebel 6 und 7: Bezahlte Reichweite gezielt einsetzen
Wenn eigene Kontakte und Sichtbarkeit nicht reichen, schließt bezahlte Werbung die Lücke am schnellsten. Entscheidend ist, mit welchem Ziel Sie sie einsetzen.
Hebel 6 – Google-Suchkampagnen für akuten Bedarf: Wer „Heizung ausgefallen“, „Dach undicht“ oder „Badsanierung [Stadt]“ sucht, hat ein konkretes Problem. Suchanzeigen erreichen diese Menschen im Moment der Entscheidung. Wichtig sind regionale Eingrenzung, passende Suchbegriffe und eine eigene Landingpage je Leistung. Mehr dazu in Google Ads für Handwerksbetriebe.
Hebel 7 – Meta-Kampagnen mit Anfrage-Funnel: Auf Facebook und Instagram erreichen Sie Hausbesitzer, bevor sie aktiv suchen – etwa mit Vorher-nachher-Bildern, kurzen Videos aus Ihrem Betrieb und einem klaren Angebot. Ein mobiler Anfrage-Funnel mit wenigen Fragen sortiert dabei vor, ob Projekt, Budget und Region passen.
Planen Sie realistisch: Kampagnen brauchen in der Regel einige Wochen Einlaufzeit, bis Zielgruppen, Anzeigen und Anfragequalität sauber abgestimmt sind. Wer erst startet, wenn der Kalender leer ist, verliert diese Zeit. Deshalb lohnt es sich, eine Grundlast an Kampagnen dauerhaft laufen zu lassen und in ruhigen Phasen gezielt hochzufahren.
{Kapitel 06}
Hebel 8: Dorthin gehen, wo die Nachfrage jetzt ist
Wenn ein Markt schwächelt, laufen andere oft weiter. Prüfen Sie, welche Ihrer Leistungen und Kundengruppen gerade stabiler sind:
Sanierung, Reparatur und Austausch statt Neubau: Während der Wohnungsneubau unter Auftragsmangel leidet, müssen bestehende Gebäude weiter instand gehalten werden.
Wartung und Service: Wiederkehrende Aufträge glätten die Auslastung. Wie Sie daraus feste Verträge machen, lesen Sie in Wartungsverträge verkaufen.
Öffentliche Auftraggeber: Der starke Tiefbau-Auftragseingang im August 2026 zeigt, dass auch öffentliche Projekte Nachfrage tragen. Wie Sie dort einsteigen, erklärt Öffentliche Ausschreibungen im Handwerk.
Wichtig: Bauen Sie solche Bereiche nicht über Nacht auf. Wählen Sie ein oder zwei Felder, die zu Ihrem Team und Ihrer Ausstattung passen – und richten Sie Angebot, Website-Texte und Kampagnen darauf aus. Branchenspezifische Ansätze für Bau- und Ausbaubetriebe finden Sie auf unserer Seite Baugewerbe.
{Kapitel 07}
Hebel 9: Preis halten, Angebot schärfen
In der Flaute ist die Versuchung groß, über den Preis zu verkaufen. Das ist selten eine gute Idee: Rabatte drücken die Marge genau dann, wenn jeder Auftrag zählt, und ziehen Kunden an, die beim nächsten Mal wieder nur den günstigsten Anbieter suchen.
Bemerkenswert ist: Laut ZDH stieg der Absatzpreisindikator im 2. Quartal 2026 auf 28 Punkte und damit auf ein Vierjahreshoch – viele Betriebe setzen ihre Preise also weiterhin durch. Besser als Rabatte wirken:
Varianten statt Nachlass: Eine schlankere Ausführung für knappe Budgets, eine Komfort-Variante für alle, die mehr wollen.
Klarer Nutzen: Was löst Ihr Angebot für den Kunden – Sicherheit, Zeitersparnis, weniger Energiekosten, einen festen Ansprechpartner?
Terminvorteil: Wer jetzt freie Kapazität hat, kann schnelle Termine anbieten. Das ist ein echtes Argument, solange es stimmt.
Klare Positionierung: Wer für eine bestimmte Leistung bekannt ist, wird seltener nur über den Preis verglichen. Mehr dazu in Positionierung für Handwerksbetriebe.
4KampagnenGoogle-Suche und Meta mit FunnelWoche 2–3
5AuswertenAnfragen und Abschlüsse je KanalWoche 4
{Kapitel 08}
Damit die nächste Flaute nicht überrascht
Eine Auftragsflaute ist oft kein plötzliches Ereignis, sondern das Ergebnis von Monaten, in denen zu wenig neue Anfragen nachgekommen sind. Gegen die nächste Flaute helfen drei Gewohnheiten:
Wöchentliche Zahlenrunde: Reichweite, Anfragen, offene Angebote und Abschlussquote – zehn Minuten, jede Woche, am besten mit Bauleitung oder Büro.
Feste Schwellenwerte: Legen Sie fest, ab welcher Reichweite Sie gegensteuern, zum Beispiel unter sechs Wochen: Kampagnen hochfahren, Bestandskunden anschreiben.
Saison mitdenken: Viele Betriebe kennen ihre ruhigen Monate. Wie Sie diese vorausplanen, zeigt der Ratgeber Winterloch vermeiden.
Wer diese Routine einhält, muss in ruhigen Zeiten nicht hektisch reagieren, sondern zieht vorbereitete Maßnahmen.
{Fazit}
Aus der Auftragsflaute mit System statt Aktionismus
Die Zahlen für 2026 zeigen eine angespannte Lage – aber keine ausweglose. Wer zuerst seine Auftragsreichweite misst, dann die Aufträge im eigenen Haus holt, seine Sichtbarkeit verbessert und Kampagnen gezielt einsetzt, verschafft sich schnell wieder Luft. Wer zusätzlich Angebot und Zielgruppen an die veränderte Nachfrage anpasst, kommt oft gestärkt aus der Flaute.
Wenn Sie dabei Unterstützung möchten: Unsere Auftragsgewinnung verbindet Kampagnen auf Meta und Google, Anfrage-Funnels und echte Fotos und Videos aus Ihrem Betrieb – gesteuert mit dem RMC-KI-System® und klaren Kennzahlen. Einen Überblick über alle Strategien finden Sie außerdem in Mehr Aufträge im Handwerk.
Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam auf Ihre Zahlen und zeigen Ihnen, welche Hebel in Ihrer Region am schnellsten wirken.
★★★★★ 5,0 bei Google
Das sagen unsere Partnerbetriebe über die Zusammenarbeit mit RMC
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„Wir haben mit Patrick Riedel schon einige Maßnahmen umgesetzt, die alle sehr erfolgreich waren. Die Zusammenarbeit war immer sehr professionell und angenehm. Ich kann eine Zusammenarbeit sehr empfehlen!“
Alexander SachsenmaierGF Sachsenmaier GmbH✓Verifizierte Bewertung
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„In unter drei Monaten konnten wir insgesamt von 12 auf 17 Mitarbeiter wachsen. Jetzt müssen wir die Leute erst einmal effizient einarbeiten.“
Sebastian LutzGF Elektro Lutz GmbH✓Verifizierte Bewertung
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„Wir konnten über den Recruitingfilm und die passenden Stellenanzeigen auf Social Media direkt zwei Anlagenmechaniker in unter 30 Tagen gewinnen und einstellen.“
Wolfgang EhrhardGF Wilhelm Ehrhard GmbH✓Verifizierte Bewertung
G
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„Über den Imagefilm, den wir mit der Werbekampagne beworben haben, konnten wir innerhalb von drei Monaten drei tolle Monteure finden. Vielen Dank!“
Am zuverlässigsten an Ihrer Auftragsreichweite in Wochen und an der Zahl der Anfragen pro Woche. Sinken beide über mehrere Wochen, sollten Sie gegensteuern – lange bevor der Kalender tatsächlich leer ist.
Ihr Betrieb ist der Nächste
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Mit unserer Webdesign-Sparte Riedel Performance Design erstellt die Riedel Media Consulting GmbH performanceorientierte Websites in Münster, die Kunden und Mitarbeiter bringen.
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